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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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sinnlos gequält. Nach Pfeifensignal wird auf der Landstraße ,, Sport " gemacht. Je weiter der Anmarschweg zur Arbeitsstelle ist, um so müder und zerschlagener kommen die Gefangenen auf der Arbeitsstelle an.

Nach Ankunft auf der Arbeitsstelle wird dieselbe von einer Postenkette umstellt. Alle fünfzig Meter steht ein schwerbewaff­neter SS- Mann, und nun beginnt die Hetzjagd. Alle Arbeiten müssen im Laufschritt durchgeführt werden, es darf bei der Arbeit auch nicht gesprochen werden. Keine Sekunde darf die Arbeit unterbrochen werden. Wer austreten muß, hat sich erst bei dem nächsten Posten zu melden.

Hält der Bereitschaftsführer den richtigen Augenblick für gekommen, dann ruft er sein Opfer heraus und nun beginnen für den Todeskandidaten Stunden grausamer Qualen. Bis zur voll­ständigen Erschöpfung wird der Gefangene hin- und hergejagt. Schweißbedeckt und zitternd vor körperlicher Ueberanstrengung hat der Gequälte nur noch einen Wunsch: Sterben zu können.

Der total Erschöpfte reagiert nicht mehr auf die Befehle seiner Mörder, er weiß auch nicht mehr, wo sich die Linie der Posten­kette befindet. Hat er nur um einen halben Meter diese Linie der Postenkette überschritten, so fällt auch schon der verhängnisvolle Schuß und wieder ist ein Kämpferleben ausgelöscht. Die SS - Banditen haben wieder einen ,, fertiggemacht".

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Das Arbeitskommando kann einrücken der Tote bleibt draußen liegen, bis die Mordkommission des nächsten Amts­gerichts dagewesen ist und festgestellt hat, daß der Gefangene auf der ,, Flucht erschossen" worden ist, denn er hatte die Posten­kette ja überschritten. Die faschistischen Justizbehörden sanktio­nierten so die Morde der SS. So wurden im Konzentrationslager Esterwegen täglich politische Gefangene ermordet, um die sadistische Mordgier der SS - Banditen zu befriedigen.

Im verschlossenen Viehwagen von Esterwegen nach Sachsenhausen

Schon seit Wochen werden im Konzentrationslager Esterwegen die tollsten Gerüchte verbreitet. Das Lager soll aufgelöst werden, alle politischen Gefangenen sollen entlassen werden. Dann heißt es wieder: Alle politischen Gefangenen sollen nach Dachau kommen. Solche und ähnliche Parolen werden im Lager ver­breitet. Esterwegen verlassen, die Hölle im Sumpf und Moor, erfüllt jeden Gefangenen mit großer Freude. Und endlich kommt der Tag, wo es Gewißheit wird, die Stätte des Elends und des Grauens verlassen zu können.

Aber die politischen Gefangenen werden nicht entlassen zu

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