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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Und jeden Tag war einer an der Reihe, der den ,, berühmten" Sprung in die große Jauchegrube machen mußte. Wehrte sich das unglückliche Opfer gegen diese ekelhafte Anmaßung, so wurde er mit Gewalt hineingestoßen.

Die Jauchegrube hatte eine Tiefe von einem Meter. Aber mit dem Hineinspringen hatte die Gemeinheit nicht immer ihren Höhepunkt erreicht. Besonders rabiate SS - Leute forderten auch noch das Untertauchen. Diese ekelhaften und gemeinen Schikanen hatten viele ernste Erkrankungen zur Folge, das aber alles störte die Lagerverwaltung nicht im geringsten. Ein Arbeitssklave mehr oder weniger, jeden Tag kamen neue Opfer des faschisti­schen Terrors nach Esterwegen.

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Sturmführer der SS Noack

Sturmführer der SS Noack war stellvertretender Lager­führer im Konzentrationslager Esterwegen geworden. Der neue Lagerführer hatte angeordnet: ,, Kein Gefangener darf mehr geschlagen werden, und die Prügelstrafe wird abgeschafft!" Alle Schutzhäftlinge atmeten auf. Alle waren froher Hoffnung, nun endlich kommt eine bessere Zeit. Endlich, nach Jahren grausamer Qualen ein Lichtblick, eine Hoffnung, es gibt in der SS doch noch Menschen, die menschlich fühlen und menschlich handeln können.

Aber diese Tage der Hoffnung und Freude währten nicht sehr lange. Die sadistisch veranlagten und die nicht menschlich fühlen­den SS - Leute im Konzentrationslager Esterwegen machten eine Beschwerde an die Reichsleitung der Konzentrationslager nach Berlin und forderten die Absetzung des stellvertretenden Lager­führers Noack von seinem Posten, und der SS- Obergruppen­führer Eicke, der Rabenvater der Konzentrationsläger Deutschlands , griff ein. Er griff mit grausamer Hand ein und zerstörte die Wunschträume der Gefangenen.

Sturmführer Noack, der menschlich Denkende in der schwarzen SS- Uniform, wurde vor versammelter Mannschaft degradiert. Sturmführer Noack mußte wieder einfacher SS­Mann werden, weil seine menschlich denkenden Gefühle im Kon­zentrationslager nicht angebracht waren. Nach dieser Degra­dierung eines anständigen Menschen wehte in Esterwegen wieder der alte Wind. Der Geist sadistischer Grausamkeiten hatte erneut die Oberhand gewonnen, und die wehrlosen politischen Gefan­genen waren um eine Hoffnung ärmer geworden.

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