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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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beginnt jetzt eine wilde Hetzjagd nach dem einen fehlenden Schutzhäftling.

Zehntausende Schutzhäftlinge stehen indessen mit den Fingern an der Hosennaht in strammer Haltung und mit hungerndem Magen auf dem großen Appellplatz. Solange der Fehlende nicht da ist, dürfen die Gefangenen nicht zum Mittagessen einrücken. Zehn­tausende Schutzhäftlinge stehen in der sengenden Mittagshitze und denken, wie lange es wohl heute wieder dauern mag? Hier und da bricht einer vor Erschöpfung zusammen. Auf dem großen Platz herrscht Totenstille, nur in der Ferne vernimmt man Hunde­gebell und das Motorengeräusch fahrender Autos. Zeitweise wird die Totenstille unterbrochen durch das Gebrüll eines SS- Mannes, wenn einer der Gefangenen zusammenbricht. An dem Tore des Häftlingslagers steht eine Hundertschaft der SS mit entsicherten Gewehren, schußbereit auf die wehrlosen Gefangenen gerichtet. Nun stehen wir schon über zwei Stunden, von dem fehlenden Kameraden ist noch keine Spur gefunden worden. Der Lager­kommandant und seine Stabsoffiziere schäumen schon vor Wut. Da meldet der SS- Posten vom MG- Turm diensteifrig: ,, Herr Kommandant, sie bringen ihn!" Von weitem sehen wir, wie zwei SS - Leute unseren Kameraden heranschleppen. Der Kommandant schreit hysterisch: ,, Bock her, den Bock her!" Die SS - Leute kommen langsam näher. Sie haben den Gefangenen unter die Arme gepackt und schleifen ihn mit sich. Fünf gesunde, kräftige SS - Leute, mit Ochsenziemer bewaffnet, stehen schon bereit, um die Strafe auf der Stelle zu vollziehen. Als die Häscher mit ihrem Opfer in allernächster Nähe sind, meldet der eine: ,, Herr Kommandant, der Mann ist tot, wir haben ihn im Keller erhängt aufgefunden." Diese Rede dringt nicht weiter bis an sein Ohr, und er befiehlt: ,, Ueber den Bock mit dem Kerl, tot oder lebendig!" und der tote Kamerad wird über den Bock geschnallt und erhält 25 Stockhiebe über Gesäß und Rücken.

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Nach dieser scheußlichen Handlung können die Gefangenen zum Mittagessen abrücken. Gedrückt und niedergeschlagen torkeln die politischen Gefangenen in ihre Baracken. Der Appetit zum Essen ist vergangen. Haßerfüllt denken sie an die Tage der Abrechnung mit den Scheusalen des Hitlerfaschismus. Jeder Tag im Konzentrationslager bringt neue Schmach und Schande. Je länger die Hitlerschaft dauert, um so grausamer, brutaler und gemeiner werden die Unterdrückungsmethoden gegenüber den wehrlosen politischen Gefangenen.

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