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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Lebendig eingegraben

Die Strafkompanie im Konzentrationslager Esterwegen hatte heiße Tage hinter sich. Alle Zugänge müssen erst durch die Strafkompanie, so lautete der neueste Befehl des Lagerkomman­danten Koch. Die Strafkompanie arbeitet im Laufschritt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Bei Wasser und Brot, jeden dritten Tag gibt es nur eine warme Wassersuppe. Mit der schweren Schubkarre im Laufschritt durch den 20 cm tiefen Moor­sand baute die Strafkompanie für die SS einen Exerzierplatz.

Alle fünfzig Meter ein Posten der SS, brüllt, schlägt und stößt die vorbeikeuchenden Gefangenen je nach Lust und Laune. Vor mir fährt ein Jude aus Köln seinen schweren Schubkarren. Schon zweimal hat ihm der SS - Posten befohlen, schneller zu fahren.

Nachdem wir wieder einige Runden hinter uns hatten, schwankt der Jude vor mir, und die Karre entgleitet seinen Händen, kraftlos bricht er zusammen. Im letzten Moment gelang es mir noch, an dem Gestürzten vorbeizufahren.

Brüllend springt ein junger SS- Mann hinzu und zerrt an dem Bewußtlosen herum. Dann hagelt es Fußtritte und Kolbenstöße, aber der Jude kommt immer noch nicht wieder zu sich. Da wendet der SS- Mann ein anderes Mittel an. Er nimmt eine Sicherheits­nadel und sticht damit den Bewußtlosen in den Oberschenkel und das Gesäß.

Unter Schmerzensschreien kommt der Bewußtlose wieder zu sich. Nun kommen noch einige SS - Leute hinzu, und sie nehmen den Juden beiseite. Sie drücken ihm einen Spaten in die Hände, und nun muß das Opfer ein mannstiefes Loch graben. In- dieses Loch wird der Jude hineingestoßen, und die SS - Banditen graben dann das Loch selbst wieder zu.

Stundenlang muß nun der wehrlose Gefangene, bis zum Munde eingegraben, bei der größten Sonnenhitze aushalten. Erst wenn Feierabend naht, dürfen ihn seine Kameraden wieder ausgraben. Mit solchen scheußlichen barbarischen Methoden wurde die Ge­sundheit der politischen Gefangenen in bestimmter Absicht

zerstört.

Ein Toter geht über den Bock"

Mittags beim Zählappell fehlt ein Mann, schon heulen die Alarmsirenen von allen Maschinengewehrtürmen des Konzen­trationslagers. Von allen Ecken und Enden stürzen die schwer­bewaffneten SS - Leute heran. Die Außenposten und die Posten auf den einzelnen Maschinengewehrtürmen werden verdoppelt. Mit Hunden und Autos und auf Fahrrädern sitzenden SS - Leuten

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