tränkt. In der sogenannten freien Zeit wurden hier die Gefangenen auf- und abgejagt. Strafexerzieren nach Feierabend bei Lampenbeleuchtung bis die Gefangenen buchstäblich vor Erschöpfung zusammenbrachen. Das alles geschah auf diesem Lagerweg in Esterwegen ..
Bei brennendem Sonnenbrand, mit Ketten krumm geschlossen hauchte mancher tapfere Freiheitskämpfer sein Leben auf dem Lagerweg aus. Oder mit Ketten unter den Armen an Pfähle gehängt, bei naẞkaltem Regenwetter, zerstörten die sadistischen SSBanditen Leben und Gesundheit tausender ehrlicher Menschen. Lagerkommandant Koch hatte diese neuen Methoden bei seinem Antritt eingeführt. Stundenlang dauerten diese grausamen Torturen, um die politischen Gefangenen körperlich und geistig zu zerbrechen.
Der Lagerweg in Esterwegen wurde der Golgathaweg der politischen Gefangenen. Das vergossene Blut der ermordeten politischen Gefangenen färbte das Holzpflaster des Lagerweges im Konzentrationslager Esterwegen . Der blutgetränkte Lagerweg ist heiliger Boden geworden für alle antifaschistischen Freiheitskämpfer in Deutschland .
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Wie alt bist Du, mein Sohn?
Der erst zwanzigjährige Oberscharführer Hackmann hatte uns schon stundenlang den Lagerweg auf- und abgejagt. Wir waren gehüpft, gelaufen, gerollt und hatten auf dem Bauch kriechen müssen vor- und rückwärts. Trotz des kalten Februartages waren wir durchnäẞt vom Schweiß der Anstrengungen. Aber der zynische zwanzigjährige Hackmann kannte keine menschlichen Gefühle. Immer weiter trieb er seine unmenschlichen Grausamkeiten gegen uns wehrlose Gefangene.
Ein alter 75jähriger Mann kann nicht mehr mit, mitten auf der Lagerstraße war er zusammengebrochen. Wie einem jagenden Hund hing seine Zunge aus dem Halse. Vor Erschöpfung konnte er nicht mehr sprechen. Bittend erhoben sich seine Arme, in stummer Gebärde, nicht geschlagen zu werden. Oberscharführer Hackmann stößt mit seinen schweren Stiefeln dem Wehrlosen gegen die Fußknöchel und fragt dann höhnisch: ,, Wie alt bist Du mein Sohn?" Aber der 75jährige antwortet nicht mehr.
Besinnungslos liegt er am Boden, Schaum steht vor seinem Munde, und röchelnd geht der Atem. Noch einmal zuckt er wie im Schmerz zusammen und dann ist er tot. Wieder hatte
ein Kämpferleben ausgelitten. Oberscharführer Hackmann schreit brüllend nach einer Schubkarre und befiehlt: ,, In die Karre mit dem Kadaver!"
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