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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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unter und marschieren in den Hof. Tief holen sie Atem, ein schöner Maientag war angebrochen. Vorsichtig blinzeln die Augen in die lachende Frühlingssonne. Stumm grüßen sich die einzelnen Genossen, sie verstehen sich auch ohne zu sprechen.

Wir machen im Gleichschritt unsere Runden. Da, plötzlich ein weißes Gewimmel von oben-- unzählige kleine weiße fünf­zackige Sternchen fallen aus der Luft. Teilweise ist der Hof weißbedeckt, unsere Augen leuchteten auf, unsere Freunde im vierten Stockwerk hatten eine gute Arbeit geleistet. Auch hinter Kerkermauern des Dritten Reiches schlief der Gedanke des Freiheitskampfes nicht.

Aber schon schrillten die Alarmglocken der Strafanstalts­verwaltung. Der Morgenspaziergang wird abgebrochen, die dienst­eifrigen Wachtmeister hatten die Demonstration der politischen Gefangenen bemerkt und trieben uns mit großer Eile wieder in die Zellen. Für uns politische Gefangene war dieser Tag ein Tag der Freude und des Stolzes.

Von der kleinen Freundin Maria

Zwischen Weihnachten und Neujahr des Jahres 1935 sitze ich einsam in meiner Zelle der Strafanstalt Lüttringhausen. Meine Zellenkumpels sind beide in der Anstaltskirche zum Gottesdienst. In der ganzen Abteilung herrscht Totenstille. Meine Gedanken wandern zurück in die Vergangenheit, bleiben hängen an den Tagen heißer Kämpfe, die wir als Freiheitskämpfer geführt haben gegen die Hitleranhänger: Ich denke auch an Freunde und Freundinnen der Jugendbewegung, mit denen ich fröhliche Tage und Stunden verlebt habe.

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Da höre ich die näherkommenden Schritte eines Wachtmeisters. Vor meiner Zellentür bleibt er stehen. Schon öffnet sich die Zellentür, innerlich verwünsche ich die unerwünschte Störung. Wachtmeister Krause tritt herein, wirbelt seinen Schnauzbart und flüstert mir dann zu: ,, Ich habe etwas für Sie!" Erstaunt sehe ich ihn an und denke, was mag er wohl für dich haben. Um­ständlich kramt Krause in seinen Rocktaschen und zieht eine Postkarte heraus, welche er mir überreicht, und dann ver­verschwindet der Wachtmeister wieder aus meiner Zelle.

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Ich nahm dann die Postkarte zur Hand und las mit frohen Augen folgende kurze Zeilen: ,, Herzliche Grüße zum Jahres­wechsel sendet Deine kleine Freundin Maria!" Solche unerwar­teten Kartengrüße haben uns politische Gefangene über dunkle Tage hinweggeholfen. Sie gaben uns die Gewißheit, daß wir hinter Kerkermauern des Dritten Reiches nicht vergessen wurden. Trotz

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