gegeben. Der Führer, die Reichsregierung, jeder Miniſter, ab und zu der Reichs= tag, der Beauftragte für den Vierjahresplan, die Wirtſchaftsgruppen und lber= wachungsſtellen, der Reichsnährſtand, der Reichsſchatzmeiſter der NSDAP laſſen cine unaufhörliche Flut von Geſeten, Verordnungen, Anordnungen, Erlaſſen, Verfügungen über das deutſche Volk niederregnen. Aber je mehr Geſetze er= laſſen werden, um ſo größer wird im Volk das Gefühl abſoluter Rechtloſig= keit, Denn alle Geſetze bringen nur Zwang und Gemalt, keines ſchafft Frei= heit, keines Entwicklung, Leben, Ziviliſation, Kultur. Vorrechte für die Träger und Nußnießer der Diktatur, Rechtloſigkeit für alle anderen iſt ihre gemein= ſame Tendenz./

Und es gibt keine Gerechtigkeit, keinen Rechtsweg, nur Beſchwerde, keine Gerichte, nur Mörder und Spitzbuben in Talaren und Parteiuniformen. Sie machen aus den Geſetzen tötende Gewalt. Wo Geſetze nicht reichen, ergänzen ſie ſie durch das Parteiprogramm, dieſes Sammelſurium ſchwachſinniger Ver= ſchwommenheiten. Keine Schöffen, keine Geſchworenen, kein Rechtsſchutz in der Verwaltung, überall nur Juſtiz, nirgends Gerechtigkeit. Das iſt das Dritte Reich. Rechtlos die Marxiſten und Juden, gejagt und gehetzt die Katholiken und die bekennenden Proteſtanten, bevorzugt und befördert die Pgs./ kor= rumpiert die alten Kämpfer. Ein Syſtem von Unrecht, das heißt în der Diktatur Gerechtigkeit.

Wir wollen Recht und Gerechtigkeit für alle. Nicht cin formales Recht, das nur auf einwandfreie Verfahrensſäße gleichgültig auf ſeine ſoziale Wirkúng angewandt wird, ſondern ein poſitives Recht, das den tiefſten Sinn des Rechts verwirklicht: Freiheit und Sicherheit der Perſon und des perſönlichen Eigen=

tums und geſellſchaftlichen Frieden. Wir wollen eine Gerechtigkeit, die nach

gleichem Maße Schuld und Unſchuld mißt und Sühne oder Ehre zuteilt, Dieſes Recht und dieſe Gerechtigkeit wünſchen wir alle. Rechtsgleichheit ſoll wieder unter den deutſchen Menſchen herrſchen, nicht Willkür und Betrug.

Abſchaffung der Blutjuſtiz.

Maßnahmen von grundfäßlicher Bedeutung ſind dazu notwendig. Die neue Zeit kann nicht im Blutnebel der Guillotine beginnen. Denn die Todesſtrafe iſt in einem geordneten Rechtsleben nicht notwendig. Sie ſchreckt den Mörder ſo wenig, wie ſie uns Kämpfer für ein freies Deutſchland je geſchreckt hat, Deshalb muß ſie in der Volksrepublik verſchwinden. Welch ein Unterſchied zur Diktatur! Die Diktatur hat die Todesſtrafe geſetzlich und praktiſch verviel= facht. Hochverrat, ſelbſt in der Vorbereitung, cin Dußend Fälle des Landes= verrats, Attentatsverſuche jeder Art, Brandſtiftung, Deviſenvergehen und eine unbekannte Anzahl von militäriſchen Vergehen werden nach Hitlers Befehl mit dem Tode beſtraft. Jahr um Jahr wächſt in grauenerregender Weiſe die Zahl der Hinrichtungen, Oder iſt es nicht ein unfaßbares Grauen, daß Göring an ſeinem Hochzeitsmorgen drei kommuniſtiſchen Kameraden die Köpfe abſchlagen lie8? Wenn jemals, dann iſt es jetzt angebracht, Schluß zu machen mit der Blutjuſtiz.

Befreiung der politiſchen Gefangenen.

Wir können die Toten, die unſchuldig für den höchſten Wert der Menſch= heit durch Hitlers Willen auf dem Schaffott ſtarben, nicht wieder ins Leben

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zurückrufen,\ Menſchen zu e anderen Unſcl Alle politiſche1 Verbrechen ve $o werden A gegeben, Wir ein neues Deu Deutſchland m fertig werden, teils indem w

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