| ſchrieb deutſche y cinem u retten, lets, für 19 Jahre

Aber ſie en nahm

inuns (e Meinun: freiheit

heerend auf den deutſchen Geiſt gewirkt. Nach einem Diktator verlangt man nach einem lberdiktator. Soll es ein General ſein? Einer von denen, die ſich Wirtſchaftsführer nennen? Ein Literat? Oder gar cin Emigrant? Und wer ſoll die Bande, die heute über Deutſchland herrſcht, verjagen? Ein Putſch der Reichs= wehrclique? Oder die Sabotage der Wirtſchaft? Oder cin erträumter revolu= tionärer Maſſenſtreik? Das ſind die Fragen, die täglich, ſtündlich, in jeder Minute viele Male in Deutſchland geſtellt und kaum jemals beantwortet wer= den. Manche fragen überhaupt nicht. Sie machen es ſich ſehr leicht. Wie ſie- einſt daran glaubten, daß der Sozialismus»mit Naturnotwendigkeit« ohne ihr aktives Zutun kommen müſſe, ſo glauben ſie heute daran, daß die Roh= ſtoffſchwierigkeiten, die Nahrungsmittelknappheit, der Kleider= und Wäſche= mangel, die finanziellen und wirtſchaftlichen Schwierigkeiten uſw. die OPiktatur zum Zuſammenbrechen bringen müſſen. Leider ſtellen ſie ſich dabei niemals genau vor, wer oder was da zuſammenbrechen ſoll. Und es gibt auch noch cinige Naturen, die den paar Buchſtaben, welche die früheren Parteien be= zeichnen, eine magiſche Kraft beilegen. Sie reden von SPD und KPD , den Deutſchnationalen und den Pemokraten wie von wirklichen Dingen und ſcheinen noch nicht bemerkt zu haben, daß, wenn 1933 etwas zuſammen= gebrochen iſt, dann es dieſe Parteien ſind, die aufgehört haben zu exiſtieren. So allgemein die Überzeugung iſt, daß Hitler verſchwinden muß, ſo gering iſt eine konkrete Vorſtellung davon, wie es gemacht werden kann.

Wir wollen ſagen, was die Volksfront dem deutſchen Volke dazu vorzu= ſchlagen hat. Die Volksfront iſt keine imaginäre Größe. Die Volksfront beſteht in Deutſchland . Sie lebt in den Herzen und Gehirnen aller derjenigen, die Freiheit ſtatt der Unterdrückung, die Selbſtbeſtimmung ſtatt der»Führung«, Recht und Gerechtigkeit ſtatt Terrorismus, Frieden ſtatt Kriegsdrohungen, Arbeit für den Wohlſtand aller ſtatt Kriegs= und Zwangswirtſchaft, Butter ſtatt Kanonen wollen. Die Volksfront iſt überall, wo zwei oder drei ſich frei= machen von der unausgeſetßten Propaganda der Goebbels=-Blätter und des Radios, wo einige entſchloſſen ſind, ſich dem Zwange der Demonſtrationen zu entziehen, wo über Spanien diskutiert wird, wo Menſchen verſuchen, daß, was notwendig iſt, vom Standpunkt der nächſten dreißig Jahre zu begreifen. Pie Volksfront iſt die Einheitsfront derjenigen, die unter der Diktatur an= ſtändig und vernünftig geblieben ſind. Aber es genügt nicht, daß ſich im deutſchen Volke ein Wall des moraliſchen Widerſtandes gegen das Regime der Diktatur bildet. Es iſt notwendig, dieſem moraliſchen Widerſtand eine poli= tiſche Geſtaltung zu geben. Jeder ſoll ſich zuerſt cines ganz klar und feſt ein= prägen: wenn die Umriſſe für die politiſche Geſtaltung feſtſtehen und von allen, die gegen das Regime ſind, erkannt werden, iſt der erſte Schritt zur Beſeitigung der Diktatur getan. Deshalb hat ſich aus Menſchen, die den Links= parteien in Deutſchland angehört haben und angehören, eine politiſche Or= ganiſation der deutſchen Volksfront gebildet, die den Kampf gegen das Dilk= taturſyſtem führt und gewillt iſt, die Regierung der deutſchen Republik nach

dem Fall Hitlers mit einem feſten Programm zur Rettung des deutſchen Volkes

aus dem Chaos von Politik und Wirtſchaft, in das unsHitler geführt hat, zu übernehmen. Danach iſt die Frage, wer nach Hitler regieren ſoll, beant=

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