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Zinſen nicht nur den Anleihezeichnern ſelbſt durch Steuern, ſondern ſchließlich von allen mit dem Leben auf dem Schlachtfeld bezahlt werden müſſen, ſeien nicht Kapitalvernichtung, ſondern die beſte Kapitalanlage. Wenn etivas dieſe Ideologie der mirtſchaftlich leitenden Oberſchichten Deutſchlands kennzeichnet, ſo iſt es ihre durchgängige Verlogenheit, der Selbſtbetrug, der die Selbſtver= nichtung ihrer Träger provoziert. Sich ſelbſt betrügen, um ſich dadurch von anderen beherrſchen zu laſſen, das iſt eine Spitzenleiſtung der lebensfeindlichen geſellſchaftlichen Wirkung der Ideologie.
3. Ole politiſche Maſſe
Nicht die Bauern und nicht der Mittelſtand, ſondern dieſe in den Städten jederzeit zu mobiliſierenden Maſſen der Induſtrie und ihrer Nebenglieder in der Wirtſchaftsverwaltung ſind es, die der Diktatur bei den großen Kund= gebungen den Anſchein der Volksherrſchaft geben. Als Werkzeug der Politik bilden ſie die eigentliche politiſche Maſſe.
Pieſe politiſche Maſſe iſt von-der Induſtriemaſſe in mehrfacher Hinſicht ganz verſchieden. Sobald die Menſchen aus der Induſtriemaſſe als politiſche Maſſe auf die Straßen und Pläße getrieben werden, verſchwinden alle ſtrukturellen Unterſchiede, die die Fabrik, das Büro, die Behörde noch aufweiſen. Es gibt nur noch»Arbeitskameraden, Volksgenoſſen«. Zeitung und Radio nivellieren Denken und Fühlen. Die körperliche Anſtrengung des Marſchierens ruft eine primitive Kameradſchaftlichkeit hervor. Die Flüſterzeitung verbreitet Ver= mutungen über das bevorſtehende Ereignis, Gerüchte über angebliche Ge= ſchehniſſe gehen von Mund zu Mund. Die Vernünftigen ſchweigen ganz, andere ergehen ſich in der Privatatmoſphäre ihrer Schrebergartenintereſſen, Klein= tierzucht uſw. Für viele gibt der Sport ein ausreichendes Geſprächsthema ab. Die Frontſoldaten fangen an, Kriegserlebniſſe zu erzählen und verſinken danach in dumpfe Erinnerungen an die Toten. Der Aufmarſch der Würdenträger des Regimes erregt Neugier, Sympathie, Antipathie, Ernſt und Spott. Keine der Reden mird verſtandesgemäß aufgenommen, niemand weiß genau, was»er« eigentlich geſagt hat. In Abgeſtumpftheit und Müdigkeit vergeht das Ende des Tages.
Das ideologiſche Erlebnis einer ſolchen Maſſenkundgebung unter der hit= leriſchen Diktatur läßt ſich zuerſt in den Witßen zuſammenfaſſen, die am fol= genden Tage Rurſieren. Der politiſche Wit iſt ja nichts Neues. Er hat unter Bismarck den»Kladderadatſch«, unter Wilhelm Il. den»Simpliziſſimus« be= rühmt gemacht. Er iſt auch nicht auf die Maſſenkundgebung beſchränkt. Wie unter Wilhelm II. die Mehrzahl der Wiße in den Offizierkorps der feudalen Kavallerieregimenter entſtand, ſo kommen heute die meiſten Göring= und Goebbels -=Witze aus SS und SA , die meiſten Hitler=Witze aus Wirtſchaft und Bürokratie. Aber die Wiße nach einer Maſſenkundgebung ſind doch etwas anderes: ſie beſagen in leicht faßlicher Form, was die»Maſſe« denkt. Natür= lich denkt immer nur ein einzelner. Mögen bei dieſem Anlage, Einfall, Humor, Ironie uſr. die Quelle des Witzes ſein-, indem die Maſſe den Wißt akzeptiert, variiert, pointiert, ſtimmt ſie der politiſchen Ablehnung des ganzen Theaters,
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auf dem ſie ſelb heit? Auch weni! Maſſe ſelbſt nid lronie, Und ſtat! dieler Erlaubnis Diktatur, Schon 1937 konnte d Deutſchland vert gemeinden die| umhergetragen
Die zweite id iſt das Schimpf das Unterdruck machen, Nie, n viel geſchimpft| lolgen den Schi dieſer Ideologie) über paſſiv ble] tinmal ordentli ruhigt, Und m önnen,
Die dritte y; Fataliomus, Die Antwort, Die konſtruktives, Phyſiſches»fg« Frage nach dey: erfreuen ſich Sekauft, Die D; regiert der Gla Menlchen der y


