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Aus dämmernden Nächten : Gedichte / Roman Gebler
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Vorwärts

Ich sah die blühende heide Einsam am Waldessaum.

Und mit Wehmut empfindendem Leide Dersank ich wie im Traum.

Ich sah viele sonnige Wälder

Jm schönen Holsteiner Gau,

Manch schmucke Dörfer und felder, Darüber den Himmel so blau.

Dunkle Wolken schweigend eilen Durch die Lüfte trüb und schwer. Regenbrausen, Windessausen, Ach, die Windsbraut eilt so sehr Hinein ins Land vom weiten Meer.

Gram und Leid durchzieh'n die Brust

Und leise flüstert's unbewußt:

,, Wie gleichst dem Sturm und Wetter du, Armer Wandrer, ohne Kuh'."

Doch bald hat sich der Sturm gelegt,

Und vorwärts dich die hoffnung trägt.

Derschwunden ist alles Grau,

Der Himmel so klar und blau.

Doch Schicksal, du bist hart wie ein Stein

Und gönnst der wunden Seele so wenig Sonnenschein.