Erstes Lied
Ich hörte einst ein Lied, das ich so lieb gewonnen, Doch ach, feit jenen Tagen hört ich's nimmermehr. Mir sang es einst ein blinder Sängersmann, Jhn deckt der Rasen längst, er singt nicht mehr.-
Und doch ist's mit, als höre heut' ich wieder Seine Stimme, wundervoll und klar. Wie aus der Ferne klingen seine Lieder, Und alles ist noch, wie es einstens war
―:
,, Es war einmal, als du noch unbewußt Den Kindheitstraum geträumt, ja dazumal, Als du noch fäugend an der Mutterbrust Das Leben nicht gekannt es war einmal. Und dann, als du den ersten Schritt gemacht, Der Mutter Freude war's so viele Mal... Wer hat des Nachts so forgenvoll gewacht, Als du im fieberwahn?- es war einmal. Wer hat das erste Mal zur Schule dich Geleitet, voller Stolz und Sonnenstrahl, Wer dich gepflegt, geliebt so inniglich? Doch nur das Mutterherz es war einmal.
Und als du zogest in die Welt hinaus, So voller Hoffnung einst, es war einmal.
Wer weinte still und sprach im Elternhaus:
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Sie war einmal, die goldene kinderzeit
Jm Elternhaus voll freuden ohne Zahl,
Wo man des harten Lebens Kampf und Leid noch nicht gekannt, geahnt es war einmal.
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Denk heut zuweilen voller Sehnsucht noch
Ans traute Daterhaus von dazumal.
So bleibt dem menschen nur sein peinlich Los,
O, die Erinnerung: ,, Es war einmal."
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