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Niemands Knecht
Hast du niemals Leid gekannt? hast das Glück du dein genannt? Ach, die Sehnsucht nur allein, Qual und Leiden waren dein.
Deine Freuden kenn' ich gut, Arbeit ist es, bis aufs Blut. Hunger, not und Herzeleid Jst dein Teil feit langer Zeit.
Einmal schwindet auch die Nacht, Die du forgenvoll durchwacht. Darum auf, vergiß es nicht, Kämpfe, bis dein Leid zerbricht!
Denke, daß du niemands knecht, Denke, daß auch du ein Recht Endlich habest, frei zu ſein-- Wie der goldne Sonnenschein!


