a und herrschte jetzt über hundert Geistliche. Fritz überflügelte im) Frühjahr 1943 an Roheit den Blockältesten Robert noch um vieles.| Bi Ich möchte nur zwei Beispiele angeben. Gelegentlich wurden wir kurz| ss nach Mitternacht mit viel Geschrei aus den Betten gejagt. Sollten die| 2 Amerikaner schon angekommen sein? Leider noch nicht. Ein Kamerad| Zeit hatte in seiner Nachlässigkeit seine Schuhe noch nicht geputzt. Nun| E warf Fritz sämtliche Schuhe von etwa hundert Geistlichen mitten e in die Stube, ja zum Teil zum Fenster hinaus auf die Blockstraße. Ein jeder von uns mußte im Hemd und barfuß bei kaltem Wetter elle unter der Flut niedrigster Schimpfworte seine Schuhe suchen und fein «ei säuberlich in das Regal stellen. Diese blöde Schikane dauerte über

eine Stunde und verdarb uns die Nachtruhe. In jener Zeit durften wir unsere Privatwäsche weder in die Spinde noch in Schachteln unter das Bett stellen, sondern wir mußten sie unter onal| dem Strohsack verstauen, daß man äußerlich nichts merkte. | Nun zog einmal Fritz meine Wäsche unter dem Strohsack heraus

pe und warf sie tief unter ein Bett auf den Boden. Er machte sich ein leid| Vergnügen daraus, mich alten, damals baufälligen Mann in den engen = Raum zwischen dem Fußboden und dem Bett hinunterkriechen zu Al sehen. Lothringischer Speck und gute Butter schmierten die scharfen Liga" Krallen unseres geistig etwas beschränkten Fritz, sodaß sie nach und rund- nach weniger schmerzhaft verwundeten. Es tat mir leid, daß er am

mutz- Tage vor der Befreiung im Kampf mit der SS ums Leben kam. s wal Blockältester Karl Frey bleibt uns allen in angenehmer Erinne- ieder rung. Nie sprach er ein hartes Wort. Mit vollem Recht hielt er auf erlich peinliche Ordnung und eiserne Disziplin, milderte aber unser hartes ‚und Los und sprang oft uneigennützig vermittelnd für uns ein. Frey war nicht allgemein beliebt. Wir feierten im Jahre 1944 seinen Geburtstag mit ounde Liedern und Vorträgen, sogar mit einem Theaterstück, in dem wir das ermal Lagerleben witzig verspotteten. Drei Stunden lang blieben unsere einem Lachmuskeln in Bewegung. Der pfälzische Pfarrer Römer hat uns an wohl diesem Abend köstlich amüsiert. Selten im Leben habe ich so herzlich Ar wie damals gelacht, als Römer in köstlichen Knüttelversen die Sonder- Wege linge unter uns verulkte. Ich bekam auch ein paar harmlose Seiten- seinet hiebe, doch kein Mensch fühlte sich verletzt. Unser österreichischer andes Kommunist Karl Frey hätte wohl nie in seinem Leben geahnt, daß ihm 7 Zeugen des Abendlandes 97