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Jedem das Seine : satirische Gedichte / Karl Schnog ; Zeichnungen von Herbert Sandberg ; Nachwort: Eugen Kogon
Entstehung
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höhnt.

berhaupt!

LEBT HITLER NOCH?

Und wenn auf einer stillen Felsenklippe Ein Mann mit abrasierter Oberlippe Allein mit sich und seinem Größenwahn, Und wenn er irgendwo in Wind und Wellen An seine Morde denkt und Spießgesellen: Was ist dabei? Was ist damit getan?

Und wenn in Japan , blätterdach- umgittert, Ein feiger Unhold vor Entdeckung zittert

Und schmiedet schon zur nächsten Flucht den Plan; Wenn er verlorenen Palast bejammert,

Sich an ein tierhaft Weiterdämmern klammert: Was hilft es ihm? Was ist damit getan?

Und wenn er lebte, wenn er wiederkäme,

Schwach hoffend, daß man ihn mit Macht verbräme: Nie wieder wär ein Erdenfleck bedroht!

Es blieb ihm nichts. Auch nicht sein Popanz ,, Ehre". Es blieb nur Blutgeruch. Und Leere, Leere... Und wenn er Glück hat, ist er wirklich tot.

Er lebt nicht mehr, auch wenn er wirklich lebte. Doch: alles Unheil, das er wild erstrebte, Lebt immer noch in Kreaturen nach:

Wo einer mitleidlos, lebt Hitler weiter!

Und, wo man knechtet einen Wahrheitsstreiter, Und, wo man Schwache schlägt und Worte brach!

Wo man verfolgt wird um des Glaubens willen, Wo Rachedurstge ihre Lüste stillen, Und wo man Freiheit zwingt in fremdes Joch; Wo Lügen sich in große Worte kleiden, Wo Kleine um der Großen willen leiden... Wo Unrecht triumphiert, lebt Hitler noch!

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