LIED DES HEIMKEHRERS
Nu bin ick also wirklich doch ze Hause. Man hat mir sojar feierlich bejrüßt.
Nu seid ma still und macht ne kleene Pause, Denn ick bin frei, doch in mir is det wüst: Jeputzte Menschen seh ick, höre lachen, Und manche machen ooch vor Hunger schlapp! Ick sehe scheeene, höre schlimme Sachen Und weeß nur eens, de meisten ham det knapp.
Det is janz anders, wie ick det jedacht hab, Ick finde uff det alles keenen Reim.
Ob ick am Ende wat verkehrt jemacht hab? So kehr ick heim.
Erst dachte ick, du läßt dir nich verkohlen, Wenn se mir so mit ,, Menschlichkeit" jenaht. Denn, scheene Worte soll der Deibel holen. Und die jabs allezeit. Wo blieb de Tat?! Ik dachte: Jeht mir weg mit Volksjemeinschaft. Det is der alte Zimmt, mir kommt et hoch. Jemeint is wohl, det man fier sich allein schafft. Un, wer de Pinke hat, dem hilft man ooch.
Ick dachte so, wie ick zerickjekommen:
Nu jehste keinem wieder uff den Leim!
Nu bin ick hier, un- mir is janz beklommen. So kehr ick heim.
Vielleicht is doch wat dran, ick muß mal warten,
Vielleicht jibts anderet, wie ,, immer Ich!"
Vielleicht, det alle nu wat Neuet starten Und unter Jestern machen eenen Strich? Vielleicht hat uns det Schicksal abgeschliffen, Und ham wer nu von all dem Kram jenuch?
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