ZEBRA
Ich bin der Häftling XYZ,
Bin irgendeiner vom Lager.
Mein Bett ist nicht weich, mein Essen nicht fett, Und ich selber bin traurig und mager.
Ein sterbender Zeuge der Nazikultur,
Muß ich einen Auftrag erfüllen:
Das, was ich erlitten und was ich erfuhr, Der Welt in die Ohren zu brüllen! Als letztes Opfer der Tyrannei
Hört mich, von Augsburg bis Bebra . Mein Dasein, ein einziger Anklageschrei: Zebra!
Zwangsarbeiten haben mich ausgehöhlt, Der Mangel mein Innres zerrissen. Ich wurde bespieen, gefoltert, begröhlt Und am Ende zum Abfall geschmissen. Erst wurde ich schwach, dann wurde ich krank Und nutzlos war's, mich zu jagen.
Doch, als ich hinkte, versagte und stank, Da ward ich gehetzt und geschlagen. ,, Ins kleine Lager!"- ein düstres Loch, Wie für Aussatz, Pestkranke und Lepra . Um den Rest eines Menschen schlotterte noch Zebra!
Doch blieb ich erhalten als Rache- Fanal. Belohnt ward mein Harren und Dulden. Als lebendes Beispiel von Jammer und Qual Zeig ich, was Faschisten verschulden!
Ich habe mich noch in die Freiheit geschleppt, Noch konnte der Tod mich nicht beugen.
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