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Kette der Tage : Gedichte aus Dachau / Kupfer-Koberwitz
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sie fahren sehr lange, der Weg ist weit, fahren hinein in bessere Zeit, denn bald kehren sie nach Haus.--

Die Zeit vergeht, Tag für Tag rollt hin, nichts hört man von dem Transport. - Uns wird ganz seltsam zweifelnd zu Sinn, wir lauschen nach allen Reden hin,

es heißt, sie sind in Österreich drin,

an einem schöneren Ort.-

Da kommen Fragen, im Brief gesandt,

an Vater, an Vetter, versteckt;

es schreibt der Mutter zitternde Hand: Wie geht es Karl, der lang nichts gesandt, ob irgend etwas von ihm bekannt

doch die Fragen sind gut versteckt.

Lang blieb alles dunkel, was denen geschah,

_ doch dann kams von überall her,

da hörten wir von ferne und nah: der soll tot sein und auch dieser da und manchmal in einer Zeitung sah man: auch der lebt nicht mehr.

Doch weiter ging Transport auf Transport, die Gesichter waren nun bang-,

es sehnte sich keiner mehr hier fort,

es graute jedem vor dem Transport, unheimlich war der geheime Ort, unheimlich der dunkele Gang.-