bei Hannover war ein großes Konzentrationslager, in dem anfänglich 18 000 Jüdinnen aus ganz Europa , hauptsächlich aber aus Polen , saßen. Dort wurde der Wald gefällt. Zelte mit Stroh wurden aufgestellt. Alle Frauen wurden in Zelten untergebracht. In einem Zelt lagen bis 1500 Frauen, eine neben der anderen, auch im Winter, jede nur mit einer Decke zugedeckt. Ueberall war es naẞ und kalt. Das Gedränge war so groß, daß wenn eine in der Nacht hinausmuẞte, sie auf andere trat. Nicht immer durfte man in die Decke gehüllt ins Freie.
Nach einiger Zeit wurden die arbeitenden Frauen in Baracken umquartiert, in denen es Ratten und Mäuse gab. In jeder Baracke hausten ebenfalls 1500 Frauen, die Baracken hatten keine Trennungswände. Sie waren dicht mit dreistöckigen Pritschen bestellt. Die Frauen, die unten lagen, mußten die ganze Nacht mit ihren Blechnäpfen klappern, weil die Mäuse und Ratten über sie hinliefen. Wenn man in solch einen Saal hineinblickte, sah man nur die kistenartigen Betten, zugedeckte Frauen und Blechnäpfe. Die Dächer waren durchlöchert, infolgedessen sickerte der Regen durch. Die Luft im Raum war schrecklich. Die Frauen, die ansteckende Krankheiten hatten, lagerten mit den anderen zusammen. Am meisten litten sie bei den Zählappellen durch die Kälte. Ohne Ueberkleidung jagte man sie ins Freie, und zwang sie dort, trotz Regen und Kälte, von halb sieben bis zehn Uhr morgens regungslos stehen zu bleiben. Alle paar Minuten fiel ein anderes Opfer um.
Waschgelegenheit gab es nicht. Der Fußboden war von Stein. Wäsche gab es nicht. Während der Appelle suchte man die aus, die gesund aussahen und schickte sie zur Arbeit. Es gab keine ärztliche Hilfe. Die Schwerkranken kamen in besondere Zelte, wo sie ohne jegliche Hilfe blieben. Ihre Bedürfnisse mußten sie ebenfalls dort verrichten. Die Sterbenden lagen im Klosettgestank. In solchen Verhältnissen beendeten viele ihr Leben.
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