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Geopfertes Volk : der Untergang des polnischen Judentums / M. Chersztein ; deutsche Übertragung von Jolanta Münch
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Es gab in diesem Lager noch eine andere Art, die Leute umzu­bringen. Wenn ein Gefangener der Leitung oder den SS - Männern nicht gefiel, oder vom Kapo angezeigt wurde, bekam er den Befehl, Selbst­mord zu begehen. Meistens hingen sich die Gefangenen an Schnüren auf, die sie selbst aus ihren Hemden gemacht hatten, da sie wußten, daß sie im andern Falle langsam zu Tode gequält würden.

Es kamen Fälle vor, in denen die Opfer buchstäblich zu Tode geprügelt wurden. Es gab auch eine Strafkompanie, in die solche Häftlinge kamen, denen die Kapos oder Vorarbeiter besonders übel wollten. Sie mußten die dreifache Arbeit leisten und bekamen garnichts

zu essen.

Dies sind die Zeugenaussagen des Czeslaw Piorkowski, geb. am 22. 6. 1925 in Kutno , Häftling Nr. 1140.

GROSSROSEN .

Dies war ein Liquidationslager, in das Leute verschiedener Volks­zugehörigkeit ausschließlich zur Vernichtung gebracht wurden. Es gab drei Methoden des Umbringens:

1. Die Neuankömmlinge kamen in den Bunker. Nach einigen Stunden brachte man sie in die Nähe des Krematoriums, wo eine Tribüne eingerichtet war, auf die der Delinquent steigen mußte. An der Seite stand ein SS- Mann, der ihn mit einem Schuß tötete. Diese Tribüne war dick ummauert. Die Hinrichtungen fanden meist schon im Laufe von 24 Stunden nach der Ankunft statt.

2. Massenhängen.

3. Langsames Umbringen durch schwere Arbeit, von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, bei Scheinwerferbeleuchtung.

Der Lagerkommandant hieß Harry Hoffmann, ein SS- Mann. Seine Gehilfen waren die Blockführer Schwarz und Schmidt.

Im Winter während der Frostperiode wurde ein Bassin eisfrei ge­macht. Die Leute, die von der Arbeit so schwach zurückkamen, daß sie von anderen geführt werden mußten, wurden zumindest für eine Viertel­stunde mit der Kleidung ins Bassin geworfen. Die Mehrzahl starb darin.

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