bis halb vier Uhr gearbeitet. Nach dem Appell gab es ein Frühstück, das nur aus Kaffee bestand, mittags gab es einen Liter Rübensuppe mit Blättern, des Abends 150 Gramm Brot und Suppe. Anfangs nahm man nur Männer zur Arbeit, später mußten die Frauen mitarbeiten. Es gab hauptsächlich Bau- und Aufräumungsarbeiten.
Einmal wurden die Häftlinge einzeln an den Baracken beim Dorfe ( Siedlung) vorübergeführt, wo zwei Juden in Stücke gerissen lagen: Arme, Beine, der Kopf, alles lag getrennt. Diese Juden hatten bei einem Christen ihr Hemd gegen ein Stück Brot eintauschen wollen.
Ein anderes Mal durften die Juden nicht wie gewöhnlich in Fünferreihen zur Arbeit gehen, sondern mußten einzeln gehen. Der Obersturmführer suchte von den 800 Vorbeimarschierenden 120 aus, darunter die beiden Brüder Korn aus Krasnik. Diese mußten sich ihre Gräber graben und sich nackt ausziehen. Dann wurden sie von den Ukrainern einzeln in die Gräber gejagt und dort erschossen.
Mendel Janicki wurde unter dem Vorwande eines Fluchtversuches an den Füßen aufgehängt und solange mit der Peitsche auf die Geschlechtsteile geschlagen, bis er starb.
Im Lager„ Siedlung" hatte jeder Deutsche zwei Bedienstete. Im Juli 1943 wurd ein Appell zwecks Durchsuchung veranstaltet. Der Obersturmführer Feigs ließ alle antreten. Bei denen, die bei den Deutschen arbeiteten, fand man etwas Tabak. Diese Leute mußten niederknieen und wurden durch Genickschuß umgebracht. Bei dieser" Feier" mußte das ganze Lager zugegen sein.
Im Oktober 1943 kam eine Gruppe von dreißig Mann von der Arbeit zurück. Beim Betreten der Baracke gab es einen Appell. Es zeigte sich, daß ein Mann fehlte. Den Übrigen nahm man alles weg, dann mußten sie sich auf die Erde legen und dort die ganze Nacht lang unbeweglich liegen bleiben. Bei der geringsten Bewegung wurde geschlagen. Des Morgens waren zwölf davon tot. Den Rest führte man in die Badeanstalt. Wer schnell genug machte und sich flink wusch, blieb am Leben, die übrigen schoß man nieder.
Die ganze Zeit gab es keine Möglichkeit zur Entlausung. Fand man bei einem eine Laus, wurde er an den Füßen aufgehängt und zu Tode geprügelt.
Bei der Abendkontrolle fand der Obersturmführer Feigs einmal jemanden, der zwei Hemden übereinander anhatte. Er führte ihn sofort hinter die Baracke und erschoß ihn dort.
Die Zeugen: Szlama Giwerz, geb. in Turobin Lubelski am 5. 3. 1895, wohnhaft in Zakrzowek, Häftling Nr. 25 683, und Abraham Grajzman, geb. 15. 5. 1908 in Lodz , Pilsudskiego 54, Häftlings- Nummer 25 730, berichten noch tausend andere Tatsachen von erbarmungslosen Greueltaten, die im Rahmen dieser kurzen Schrift nicht wiedergegeben werden können.
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