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Geopfertes Volk : der Untergang des polnischen Judentums / M. Chersztein ; deutsche Übertragung von Jolanta Münch
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eine Methode, beim Vorbeigehen an einer Reihe irgend ein Opfer in die Geschlechtsteile zu schlagen. Immer traf er, und das Opfer bekam Krämpfe und ging zugrunde. Bei jedem Appell suchte er sich ein solches Opfer aus.

Vor dem Einrücken der Franzosen brachten die Deutschen diejeni­gen, die noch laufen konnten, unter Eskorte von SS - Männern mit Hunden mit unbekannter Bestimmung fort, wahrscheinlich zur Vernichtung. Nur etwa 500 Schwerkranke blieben im Spital liegen. Nach zwei Tagen kamen die Franzosen , entlausten und säuberten die Häftlinge und gaben jedem Kleidung und Wäsche. Die alten Sachen verbrannten sie. Schwerkranken wurden in französische Lazarette überführt.

Die

Dann befahlen die Franzosen den Einwohnern des Dorfes Neuen­ bürg , das etwa 30 Kilometer vom Lager entfernt lag, in einer halben Stunde ihre Wohnungen zu verlassen und stellten die Wohnungen samt ihrer Einrichtung den Häftlingen zur Verfügung.

NATZWEILER

Im Sommer 1943 kam im Konzentrationslager Natzweiler ein Trans­port mit mehreren hundert Juden und vierzig Jüdinnen an. Der Transport wurde sofort liquidiert. Die Frauen wurden in die Gaskammer geschickt, die Männer brachte man weiter, ihr Schicksal ist unbekannt.

BUDZYN

Budzyn liegt acht Kilometer von Krasnik entfernt. Es war ein jüdi­sches Lager. Dort befanden sich etwa 3000 Männer und 70 Frauen. Budzyn ist als eine der Vernichtungsstätten berüchtigt, die sich beson­ders raffinierte Grausamkeiten zuschulden kommen ließ.

Um vier Uhr früh mußten die Häftlinge aufstehen, um sieben Uhr zur Arbeit abmarschieren. Im Sommer wurde bis sechs Uhr, im Winter

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