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Geopfertes Volk : der Untergang des polnischen Judentums / M. Chersztein ; deutsche Übertragung von Jolanta Münch
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Der Wachmann, der zehn Tage Urlaub haben wollte, überredete einen Vorarbeiter, er solle einem Häftling befehlen, Äpfel zu pflücken und so die Grenze zu überschreiten, worauf dann der Wachmann den Häftling erschoẞ. Für diese Tat bekam der Wachmann zehn Tage Ur­laub und der Kapo oder Vorarbeiter ein Stück Brot oder einige Zi­garetten.

Die Geschwächten, die Alten und Kranken wurden ins Krematorium geschickt. Einmal wurden über zweitausend Menschen fürs Krematorium bestimmt. Unter ihnen befanden sich viele Gesunde.

Der Schmutz und Typhus richteten ebenfalls große Verheerungen an. Wenn jemand auch das überwand, kam schließlich der Tod durch Erschießen.

VAIHINGEN/ ENZ

Hier war ein neu gebildetes Lager mit Stacheldraht umzäunt, in dem sich nur Baracken befanden. Die neuankommenden Häftlinge blieben drei Tage ohne Essen. Nach drei Tagen erhielten sie 150 Gramm Brot und einen halben Liter Krautsuppe. Nach achttägigem Herumliegen wurden sie in die unterirdischen Stollen zur Arbeit gebracht. Die Wachmannschaften nannten diese Stollen höhnisch die Schokolade­fabrik". Tatsächlich war es die Baustelle einer unterirdischen Munitions­fabrik.

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Dreißig Leute mußten in kurzer Zeit dreißig Waggons voll laden. Anfangs waren im Lager etwa 200 Insassen, dann kamen Transporte mit Kranken an, die im Revier lagen, man tauschte sie gegen Gesunde aus. Langsam wurde das Lager ein Krankenlager. Viele erkrankten vor Über­anstrengung und Unterernährung. Viele starben an Typhus und anderen Krankheiten. Manche stürzten von den Baugerüsten bei Ohnmachts­anfällen, die durch Hunger hervorgerufen wurden. Manchen stieß auch der Meister selbst vom Gerüst, wenn er mit der Arbeit nicht zu­frieden war.

In diesem Lager gab es einen Küchenverwalter, SS- Unterscharführer Pospischill, der die Häftlinge besonders grausam mißhandelte. Er hatte

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