Der größte Massenmord in Majdanek geschah am 3. November 1943. An diesem Tage gingen die SS -Männer durch die 20 Baracken des fünften Reviers, bei dem die Juden Gräben aufgeworfen hatten, und befahlen allen, sich zum Verlassen des Reviers bereit zu machen. Auch die Kranken mußten ihre Blocks verlassen. Nur die Juden und das jüdische Sanitätspersonal sollte zurückbleiben. Man nahm an, daß das Lager infolge des Näherrückens des russischen Heeres evakuiert würde. Die Schwerkranken trug man hinüber. Diejenigen, die die Schwerkranken heraustrugen, sahen schon den Anfang des Mordens.
In Gruppen zu Tausend wurden die Juden aus anderen Lagern, in Lublin , Lipowa und Umgebung herbeigeführt. Das fünfte Feld war von einer dreifachen Reihe von Maschinengewehren umstellt. Die Deutschen , die Handgranaten und automatische Waffen trugen, führten die Opfer zum 23. Block. Dort befahl man ihnen, sich nackt auszuziehen und durch einen besonderen Ausgang nacheinander im Laufschritt mit erhobenen Händen auf die andere Seite zu laufen. Die Männer mußten auf die Gräber zulaufen, die sie selbst gegraben hatten und sich dort neben- einander niederlegen. Der Graben hatte etwa zwei Meter Breite. Als der ganze Graben mit Menschen gefüllt war, beschossen die SS -Männer die Menschenmasse von oben mit automatischen Pistolen und beschütteten sie mit Erde, ohne darauf zu achten, ob die Leute noch lebten. Um das Knattern der Schüsse zu verbergen, waren Lautsprecher eingeschaltet worden und spielten Tanzmusik. Zwischen 6 Uhr morgens und 12 Uhr nachts wurden 22 000 Menschen erschossen.
Dies haben die unten genannten Äugenzeugen, Kollegen aus dem polnischen Lager in Mosbach , D. P. Team 112 Mosbach, miterlebt; sie konnten die Vorgänge von ferne beobachten:


