lebten in Lemberg noch etwa hunderttausend Juden. Bei allergrößter Dichte der Bevölkerung konnte das Ghetto nicht mehr als 40 bis 45 Tausend aufnehmen.
Gleichzeitig mit der Bekanntmachung des geschlossenen Ghettos begannen die Deutschen den Abtransport der jüdischen Bevölkerung. Es fing auf die Art an, daß alle Beschäftigten zum Abstempeln ihrer Ausweise durch SS- Organe aufgefordert wurden. Für sechzig von Hundert der Ausweise wurde der Stempel verweigert. Am nächsten Tag begann das Einfangen der Leute, die keine abgestempelten Ausweise hatten. Alle wurden ins Lager in der Ianowskastraße abtransportiert, wo sie sortiert wurden. Die Kinder wurden auf der Stelle umgebracht, der Rest in Konzentrations- und Todes- Lager geschickt. Diese Aktion dauerte drei Wochen. Zum Schluß fing man an, auch die Leute mit abgestempelten Ausweisen einzufangen. Mit dieser Atkion wurden aus Lemberg etwa 70 Tausend Juden weggeholt.
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Nach diesen Ereignissen wurde das Ghetto geschlossen. Nur unter Bewachung von Begleitmannschanften aus den Anstalten, für die sie arbeiteten, konnten es die Beschäftigten verlassen, und zwar in Gruppen, niemals einzeln. Am Ghetto- Tor es gab nur eins spielten sich schreckliche Szenen ab. Jeden Morgen veranstalteten die SS - Männer beim Passieren der Juden ein Scheibenschießen nach lebendigen Zielen, die sie sich aus der marschierenden Gruppe heraussuchten. Einige Monate später wurde das Ghetto vollständig erledigt und niedergebrannt.
Aus den kleinen Orten des Lemberger Bezirks holte man die Juden in größere Städte, von dort aus nach Lemberg , von wo aus es dann zu den Vernichtungsorten, hauptsächlich nach Belzec , ging.
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