In dem Augenblick, in dem die Deutschen am 1. Juli 1941 Lemberg besetzten, lieferten sie die Juden den Ukrainern aus. Diese begannen mit einem Pogrom, der mehrere Tausend Opfer forderte. Die Juden wurden ins Gefängnis gebracht und dort erschossen. Unterwegs wurden ihnen die Wertsachen geraubt.
In Lemberg gab es damals, einschließlich der aus der Provinz hereingebrachten, etwa zweihunderttausend Juden. Auf Befehl der deutschen Behörden wurde eine Registrierung durchgeführt. Alle, die nicht beschäftigt waren, wurden vom Kahal schriftlich aufgefordert, sich zur Zwangsarbeit zu stellen. Dies war die erste Gruppe, die in die Zwangsarbeitslager ging.
Am 26. Juli desselben Jahres, am Jahrestag Petljuras, fand der zweite Pogrom statt. Gleichzeitig wurde den Juden eine Kontribution in Höhe einer Million Reichsmark auferlegt. Am Vorabend dieser Kontribution holte man die jüdische Intelligenz, die Ältesten des Kahals, Rabbiner, Ärzte, Ingenieure, Advokaten, Professoren, mehrere Tausend an der Zahl, angeblich als Geiseln für die Entrichtung der Kontribution. Trotzdem die Kontribution zum festgesetzten Termin in festgesetzter Höhe einlief, wurden die Geiseln nicht freigelassen. Sie waren der zweite Transport in die Konzentrationslager.
Dann begann die Ausweisung einzelner jüdischer Familien aus ihren Wohnungen in den arischen Vierteln. Darauf wurden die letzten Reste der jüdischen Intelligenz weggeholt. Im August 1942 wurde die Bildung des Ghettos bekanntgegeben, das nördlich der Eisenbahnstrecke lag und das Stadtviertel Zamartynowsk umfaßte.
Alle alten Männer, die die Eisenbahnunterführungen passierten, wurden gefangen und in die Liquidations- und Todeslager geschickt.
Infolge einer Veränderung des ursprünglichen deutschen Planes wurde im April 1942 der Termin der Schließung des Ghettos aufgeschoben, und dem sogenannten offenen Ghetto wurde eine ganze Reihe Straßen des früheren Judenviertels angeschlossen unter der Bedingung, daß die Juden aus den Ariervierteln in diese Gegend zogen.
Im September wurde die Bildung des geschlossenen Ghettos schon im verkleinerten Rahmen im Zamartynowska- Viertel verkündet. Damals
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