deutschen Linien durchbrechen, viele mit der Waffe in der Hand; diese bildeten später die ersten jüdischen Partisanengruppen im Warschauer Gebiet.
Schließlich wurde der Aufstand niedergeschlagen. Noch längere Zeit kämpften einzelne Verteidigungspunkte, die sich im Kanalisationssystem festgesetzt hatten, aber die übrige Bevölkerung des Ghettos mußte sich ergeben, nachdem das Ghetto niedergebrannt war. Daraufhin hielten die Deutschen eine genaue Durchsuchung und schickten täglich Transporte nach Treblinka .
Die Arbeitsstätten wurde liquidiert und alle Fabriken vollständig geräumt. Der Großteil der Bevölkerung endete in Treblinka , nur ein kleiner Teil wurde in die Konzentrationslager geschickt und davon blieben nur wenige Ueberlebende zurück. Abtransportiert wurde auf die Art, daß in jeden Waggon hundertzwanzig Menschen eingepreẞt wurden. Trotz der strengen Bewachung sprangen die Juden aus den fahrenden Zügen. Der Zeuge hat es selbst in Swider und in Michalin gesehen. Diese Haltestellen bewachten einige Gestapoleute. Die Züge fuhren schnell; beim Herausspringen verlor man meist das Bewußtsein; wenn man sich dann erheben konnte, schossen die Gendarmen. Längs der ganzen Linie Warschau- Otwock befinden sich auf beiden Seiten der Geleise viele Gräber.
In Treblinka wurden die angekommenen Züge auf ein Nebengeleis gestellt. Dort befanden sich tiefe Gräben, die mit Brettern überdeckt waren. Man befahl den Familien, sich die Hände zu reichen und stieß die Unglücklichen einfach hinunter. Das ging blitzschnell. Ein Zeuge berichtet folgende Tatsachen: Er wandte sich an den Transportleiter vom J. O. D. mit den Worten:„ Liebster, rette meine Frau", worauf jener antwortete: Sie lebt nicht mehr." Fünf Minuten nach Ankunft des Transports war sie schon tot.
Es gab Fälle, wo Einzelne sich in Swider oder in anderen Orten verstecken konnten. Polen verbargen sogar jüdische Kinder. Wenn die Deutschen davon erfuhren, wurden ganze polnische Familien ermordet, wie z. B. der Freund Malgolski aus Praga , der zwei jüdische Kinder verborgen hatte und mit seiner ganzen Familie in Swider erschossen wurde.
Die Bevölkerung des Warschauer Ghettos wurde durch Abtransporte, Hinrichtungen und Vergasungen vernichtet. Nach der Liquidierung des Ghettos wurde ein kleine Zahl noch junger kräftiger Juden
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