Wolken
Wolken wandern oft am Himmel, Wolken, lämmerhaft und zart;
gern schau ich auf das Getümmel
wundersamer Wolkenart.
Meine Phantasie belebet
diese Massen hoch im Raum,
kaum daß sich der Blick erhebet zu des Himmels weitem Saum.
Eben noch erblick ich Lämmer
und schon ändert sich das Bild: Dräuhend schwingen ihre Hämmer zwei Zyklopen rauh und wild.
Bald darauf sind sie zerflossen und im nächsten Augenblick bietet sonnenübergossen
sich dem Aug' ein neues Stück.
Majestätisch kommt gezogen
jetzt ein Riesenschiff daher;
kleine Wölkchen sind die Wogen
und der Himmel ist das Meer.
Auch das Schiff ist nicht von Dauer,
kann Minuten nur bestehn
-
sieh, schon wird es ungenauer,
um nun völlig zu zergehn.
Sitz' ich so am Gitterfenster,
schwindet langsam hin der Tag; Wolken wandern wie Gespenster und ich sehe ihnen nach...
16. 7. 39
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