EIN FERIENTAG ZWISCHEN ZWEI KRIEGEN
Wie in all diesen Tagen erwachte ich sehr früh. Auf die Ellbogen gestützt blickte ich über Ellens Rücken hinweg durch die offene Glastür auf das Meer. Noch immer lärmte es voll erregter Bewegung, obwohl die stürmischen Tag- und Nachtgleichen bereits eine Woche zurücklagen. Der Herbsthimmel leuchtete in glasiger Klarheit, und der Widerschein der Sonne in den glitzernden Wellenkronen blendete mich. Ellen schlief. Fest schlossen sich die Lider mit dem dichten Saum der Wimpern über ihre vorgewölbten Augen. Ihre wissenden, lebenshungrigen Lippen zuckten. Wovon mochte sie träumen?
Vorsichtig glitt ich in die Kissen zurück. Ich fühlte die Formen ihres geliebten Leibes wie ein immerwährendes Versprechen, und ich spürte ihre Wärme. So schlief ich in den schon begonnenen Tag hinein.
Als es später klopfte, war es Ellen, die auffuhr und gähnend die Tür zum Flur öffnete. Wir verschlossen sie, seit der Wind sie in den ersten Nächten aufgerissen hatte.
Das Stubenmädchen brachte uns das Frühstück.
,, Ein schöner Tag", sagte sie und lachte dazu mit ihrem guten, freundlichen Bauerngesicht. Sie setzte das Tablett mit
171


