Dieser Bericht liest sich wie ein spannender Kriminalroman. Ein Roman, der den Vorzug hat, wahr zu sein.
Der Verfasser gerät in die Mühle der Gestapo , weil er sich weigert, einen Arbeitskameraden zu verraten, der des Hörens verbotener Rundfunksendungen verdächtigt wird. Unglücklicherweise findet man bei seiner Festnahme politische Aufschriebe, die er als gemütstiefer Mensch gemacht hat.
Von der Stunde der Verhaftung bis zu seiner Entlassung erlebt der Leser alle Eindrücke, Empfindungen und Gedanken mit, die während der vierzehn Tage im Gebäude der Gestapo und im ehemaligen Stuttgarter Polizeigefängnis, der sogenannten Büchsenschmiere, auf den Gefangenen eindrangen. In psychologisch ausgezeichneter Weise sind die Mitgefangenen, teils kriminelle, teils politische Häftlinge geschildert.
Der Verfasser hat diesen Bericht trotz strengen Verbotes sofort nach seiner Freilassung im Herbst 1943 heimlich niedergeschrieben. Das und die hohe Menschlichkeit, die aus dem Buche spricht, geben ihm seinen besonderen Wert.
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