Es gab aber Leute, die ihnen halfen. Sie kamen in ein Kinderheim. Und von dem Kinderheim in ein Lager. Und dann wieder in ein Heim. Und so immer wieder wo anders hin. Zuletzt brachte man sie über die Grenze in die Schweiz .
Das waren die Flüchtlingskinder in Speicher. Die meisten wußten nicht, was aus ihren Eltern geworden war. Sie mußten immer an ihre Eltern denken und waren traurig. Sie weinten nicht. Sie hatten schon so viel geweint, daß sie es nicht mehr konnten. Und die Kinder mochten von großen Leuten überhaupt nichts wissen. Es war ihnen so viel Böses von großen Leuten geschehen, daß sie gar nicht mehr glauben konnten, daß es gute Menschen gibt. Aber nachdem sie eine Zeitlang in Speicher waren, hatten sie Frau Barth sehr lieb, und sie hatten auch Vater lieb. Sie merkten, daß sie gut zu ihnen waren. Und daß sie alles für sie taten, was sie tun konnten. Darum mochten sie sie gern. Und darum glaubten sie nun wieder an gute Menschen. Und weil sie daran glaubten, lernten sie verstehen, daß man zu den Menschen gut sein muß, und daß man die Welt besser machen kann, wenn die großen Leute und auch die Kinder es wollen.
Vater ging mit den Kindern oft spazieren. Und er spielte mit ihnen. Als es Winter war, brachte er eine Freundin mit, die war Skilehrerin, und sie
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