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Drei Kinder kommen durch die Welt / Walter Pollatschek
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sie den Weg nicht finden. Die richtigen Wege und Straßen konnten sie nicht gehen. Da paßten die deutschen Soldaten und die französischen Wächter auf. Man mußte gehen, wo es keinen richtigen Weg gab. Das konnte man nur, wenn man genau Bescheid wußte. Die Großeltern und Tante Helga wußten aber nicht Bescheid. Sie hatten nicht an der Grenze gewohnt und kannten das Land nicht. Sie fanden aber einen Mann, der mit ihnen ging und ihnen den Weg zeigte. Sie mußten ganz, ganz. hoch hinauf auf die Berge. Die eine Seite der Berge war französisch, die andere schweizerisch. Ganz oben auf den Bergen war die Grenze. Es war sehr schwer, den Weg auf die Berge zu gehen. Es war ja kein richtiger Weg. Sie mußten auf die Fel­sen hinaufsteigen. Am schwersten war es für Großmutter. Sie war alt und krank und konnte nicht gut steigen. Aber sie kamen doch immer höher hinauf. Als sie beinahe schon oben waren, kamen deutsche Soldaten an. Sie riefen, sie sollten stehen bleiben. Sie blieben aber nicht stehen. Sie liefen und stiegen so schnell wie möglich, um in die Schweiz zu kommen. In der Schweiz konnten ihnen die deutschen Soldaten nichts tun. Aber weil sie nicht stehen blieben, schossen die deutschen Soldaten nach ihnen. Sie trafen sie nicht. Groß­vater und Helga und Klaus kamen über die Grenze. Aber Großmutter fiel hin, weil sie so schwach und krank war und nicht gut laufen konnte. Großvater

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