Als Konstanze sprechen lernte, da lernte sie gleich auf zwei Arten sprechen. Mit Mutter und Vater und Doris und Silvia sprach sie hochdeutsch, mit den anderen Leuten Schweizerdeutsch. Die anderen Leute waren die Bauern, bei denen sie im Hause wohnten. Sie gingen mit ihr in den Stall, wo die großen Kühe standen und das dicke Schwein mit seinen vielen jungen Schweinchen, die Ferkel heißen. Konstanze ging gern in den Stall. Doris und Silvia auch. Sie spielten auch gern auf den Wiesen, wenn das Gras nicht hoch war. Wenn das Gras hoch ist, darf man nicht auf den Wiesen spielen, sonst wird es zertreten, und dann hat der Bauer nicht genug Heu. Er braucht das Heu, um die Kühe im Winter zu füttern, wenn das Gras auf den Wiesen nicht wächst und wenn der Schnee liegt.
Es war gut, daß die Kinder nicht im Winter in die Schweiz gekommen waren. Weil sie im Sommer in die Schweiz kamen, konnten sie sich besser daran gewöhnen, daß es da anders ist als in Spanien und am Mittelmeer . Wären sie im Winter gekommen, dann hätten sie sicher schrecklich gefroren. Denn sie hatten ja schon jahrelang keinen richtigen Winter mehr erlebt. In Südfrank reich gibt es keinen richtigen Winter und in Spa nien erst recht nicht. Silvia konnte sich an den Winter überhaupt nicht mehr erinnern. Sie war zwei Jahre alt gewesen, als sie zum letzten Male
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