Ihr habt gewiß schon Märchen gelesen, in denen erzählt wird, wie arme Leute oder Kinder in den Wald gehen, um Reisig zu sammeln. Auch Doris und Silvia kannten solche Geschichten. Sie hatten immer gedacht, so etwas käme nur in den Märchen vor und gebe es nicht wirklich. Und daß sie einmal selbst Reisig sammeln gehen würden, hatten sie nicht geahnt.
In den Märchen wird oft erzählt, wie irgend ein guter Geist, zum Beispiel der Rübezahl, die Reisigsammler beschenkt. Das Reisigsammeln war für Doris und Silvia kein Märchen mehr. Aber das mit dem Rübezahl blieb leider ein Märchen. Er kam nicht, um ihnen zu helfen, und auch sonst kein guter Geist. Sie mußten sich selber helfen. Und es war viel Arbeit und schwere Arbeit für Kinder. Das Bücken machte sehr müde, und das Tragen auch. Manchmal schleiften Doris und Silvia ganze Bäumchen nach Hause. Sie wurden sehr müde davon. Aber sie waren froh, daß sie den Eltern helfen konnten, und daß sie nun Brennholz hatten und keines zu kaufen brauchten.
Manchmal, wenn es viel geregnet hatte, war das Holz im Walde feucht. Dann brannte es nicht gut. Der Rauch zog nicht genügend ab. Die Küche war dann voller Rauch, so daß man es nicht aushalten konnte. Man mußte die Tür aufmachen, damit der Rauch abziehen konnte. Aber dann wurde es kalt in der Wohnung, und sie froren sehr.
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