Druckschrift 
Drei Kinder kommen durch die Welt / Walter Pollatschek
Entstehung
Seite
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Von Einsiedlerkrebsen und Tintenfischen

Das Haus lag am Rande des Dorfes. Wenn man die Straße hinunterging, dann kam man auf einen großen Platz. Die Straße war nicht gepflastert. Auch der Platz war nicht gepflastert. Auf dem Platze saßen die Fischer auf der Erde und flickten ihre großen Netze. Sie breiteten auch die Netze zum Trocknen auf dem Platze aus, wenn sie vom Fischfang zurückkamen. Dabei fielen allerlei Sachen aus den Netzen heraus, die darin hängen­geblieben waren. Allerlei Pflanzen des Meeres, die Algen oder Tang oder Seegras heißen. Weiße, rosa und rote Korallen mit vielen harten Ästen. Oft waren sie so groß wie eine Faust. Seesterne, die gelb oder orange oder rot waren. Manche waren so groß wie Teller, manche waren blutrot, und wenn man sie anfaßte, dann färbten sie ab. Auch große und kleine Schneckenhäuser lagen herum. In vielen von ihnen waren keine Schnecken, sondern rote Krebse. Sie heißen Einsiedlerkrebse. Sie nehmen sich leere Schneckenhäuser oder sie fressen die Schnecken heraus, und dann kriechen sie in das Haus hinein und strecken nur die Scheren heraus. Weil sie in den Schneckenhäusern sitzen, darum sind sie vor ihren Feinden geschützt. Wenn sie wachsen, wird ihnen das Haus zu eng. Sie suchen sich ein größeres und ziehen um. Solche Einsiedlerkrebse lagen auf dem Dorfplatze herum.

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