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Die Prüfung : Roman aus einem Konzentrationslager / Willi Bredel
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Der Journalist spricht kein Deutsch. Jeden Gefangenen fragt er, ob er Englisch spräche. Die meisten verneinen. Dann verzichtet der Engländer auf Fragen. Dusenschön, der auch kein Englisch versteht, ist sehr zufrieden bis ein Einzelhäftling, ein See­mann, der wegen Zugehörigkeit zur Roten Marine festgenommen ist, auf englisch antwortet.

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Er beschwört den Journalisten zu schweigen und berichtet ihm von den wirklichen Zuständen und den Miẞhandlungen, die er zu erdulden hatte.

Der Engländer nickt nur.

Dusenschön berichtet dem Kommandanten von der Unterredung des Gefangenen mit dem Journalisten in englischer Sprache. ,, Sie Idiot!" schleudert der Kommandant seinem Sturmführer ins Gesicht und stürzt wutentbrannt selber zu dem Engländer, der jetzt den D- Flügel des alten Zuchthauses, der renoviert wird, besichtigt.

Er fragt ihn so nebenbei, was der Gefangene, mit dem er sich englisch unterhalten habe, ihm erzählt habe. Der Engländer ver­zieht keine Miene und schweigt.

Am Abend läßt Dusenschön den Seemann auspeitschen.

Der Dezember kommt mit Schnee. Große, weiße Flocken fallen ununterbrochen zur Erde. Auf dem kahlen Geäst der Bäume liegen Schichten festen Schnees. Die Dächer sind weiß über­zogen. Der Gefängnishof ist eine einzige weiße Matte. Die beiden dünnen Heizungsrohre in Kreibels Zelle kommen aus den Kellerzellen, laufen, etwas über dem Boden, einen Meter an der Wand entlang und dann in die Nebenzelle. Am Boden, ganz nahe diesen beiden wärmespendenden Rohren, hockt Kreibel den ganzen Tag.

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