Einen Augenblick überlegt Harms. Hier gehen seltsame Dinge vor. Er muß herausbekommen, was dahintersteckt. Er ruft den Wachtmeister König von A 3 herunter, informiert ihn kurz und geht mit ihm und Kahlmann nach der am Ende des Korridors liegenden Prügelzelle.
Die Peitschen liegen in der Wachtstube oder in der Schule auf Station A 1. Harms will sie nicht holen, um nicht auf Lenzer zu stoßen. Er nimmt ein armdickes Tischbein. König hat ein Stück Schiffstau gefunden, ein Stück des Materials, das die Gefangenen zu Werg verarbeiten. Wie sie so ausgerüstet mit dem Gefangenen durch den Korridor gehen, fängt der an, zu jammern und zu betteln.
,, Nicht schlagen, Herr Wachtmeister! Bitte nicht schlagen! Ich habe bestimmt die Wahrheit gesagt! Ich wollte dem Wachtmeister Lenzer die Bestellungen des Saales geben! Wirklich, Herr Wachtmeister! Nicht schlagen! Bitte nicht schlagen!"
,, Halt deine Schnauze, Kerl!"
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Warum wollen Sie mich schlagen, Herr Wachtmeister, ich habe nichts Unrechtes getan."
Sie sind vor der Zelle angelangt. Harms schließt auf. Der Kalfaktor wird hineingestoßen.
,, So, Burr- sche, damit du erst einmal einen Vorgeschmack bekommst und bereit bist, uns die Wahrheit zu sagen. Bück dich!" ,, Herr Wachtmeister, ich..."
,, Du sollst dich bücken! Runter mit dir!"
Der Kalfaktor zittert und bebt. Seine Augen sind unnatürlich geweitet und starren entsetzt auf das dicke Tischbein.
Harms geht mit zusammengekniffenen Augen auf den Gefangenen zu, löst den Riemen seiner Revolvertasche und zieht seinen Mauser.
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