Torsten ist sich noch nicht klar, was das alles zu bedeuten hat. Warum sich gerade ihm gegenüber der Heildiener so leutselig benimmt? Er hält es für klüger, einstweilen zu schweigen. ,, Es hat Tage gegeben, da habe ich auch einmal geschwankt. Kommunist oder Nationalsozialist?" Er dreht sich zu Torsten um. ,, Ich war nämlich in der SPD und bei den Arbeiter- Sanitätern. Ich hab' da Dinge erlebt, die mich bewogen, diesen Organisationen den Rücken zu kehren. Nur um eine Bonzengarnitur fett und glücklich zu machen, opfer' ich mich nicht auf..."
Dann schweigt er und blickt zum Fenster hinaus auf den Gefängnishof.
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Haben Sie nicht erwartet, was, daß das so plötzlich und so gründlich kommt?" beginnt er wieder. Daß Adolf Hitler so leicht die Macht erobert und so gründlich Ordnung schafft, was? Sie haben eben auf das falsche Pferd gesetzt und- verloren!" ,, Die Politik ist doch kein Pferderennen!"
,, Nein? Meinen Sie?" Der Heildiener lächelt. ,, Ich... ich weiß nicht, ich glaube es manchmal doch. Mal setzt man falsch, mal richtig. Ich hatte den richtigen Riecher gehabt!" Der Heildiener tritt dicht an Torsten heran. ,, Was hätten Sie im vorigen Jahr gemacht, wenn Sie gewußt, geahnt hätten, was dieses Jahr brachte?"
,, Ich habe es geahnt!"
,, Wa- as? Sie wollen mir erzählen, Sie haben im vorigen Jahr gewußt, daß im Jahre 33 der Nationalsozialismus an die Macht kommt!"
,, Das wußte ich zwar nicht genau. Aber die Chancen des Faschismus sind groß gewesen, man muß die Klassenkräfte, die dabei entscheidend mitwirken, kennen!"
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