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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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Adjunkt Müller sagte mir, als ich in seine Zelle trat und er mich einige Augenblicke ansah: ,, Darf ich Ihnen sagen, was ich jetzt empfinde?

Wie Maria Magdalena Jesus am Ostermorgen in aller Frühe begrüßte, so von Herzen froh be­grüße ich Sie, mein lieber Confrater; ein größeres Glück hätte der Himmel mir nicht bescheren können, als wieder einen Mitbruder täglich als Lebensgefährten zu haben." Auch er wünschte, wie die anderen, möglichst bald die heiligen Sakramente zu empfangen oder die heilige Messe zu lesen.

,, Ja, wie schön und wie gut ist es, so klang es auf in meinem Herzen, wenn Priester so innig und so vertraut eine Gemeinschaft bilden!" Und als ich spät abends nach Hause ging, stieg der Wunsch, vielmehr das Gebet aus meinem Herzen zum Herrgott empor: O, daß doch alle Priester unserer Diözese, ja, der ganzen Welt so zusammen­ständen und zusammenhielten, wie diese Seel­sorger! War das nicht auch der Wunsch des Hei­landes, indem er in Gegenwart seiner Apostel im Abendmahlssaale betete: O Vater gib, daß Alle eins sein, wie ich mit Dir eins bin!"

Und wenn das Folgende auch später geschah, es liegt nahe, in diesem Zusammenhange es zu erwäh­nen. Eines Tages kam Herr Dechant Bültel, um seine Hilfsgeistlichen noch einmal zu sehen und vor ihrem Tode noch einmal zu sprechen. Der

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