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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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jedoch unausgesprochene Frage: Mußte das alles sein?! ,, Ja, Kind, ich konnte nicht anders, verzeiht mir, wenn ich Euch solchen Kummer bereite." Und dann erinnerte er mich an das Lied Paul Ger­ hardt's : Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt--" und ließ mich davon die

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7. Strophe aufsagen:

,, Auf, auf gib deinem Schmerze und Sorgen

gute Nacht,

laẞ fahren, was das Herze betrübt und traurig

macht;

bist du doch nicht Regente, der alles

führen soll,

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Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl." In den wenigen Minuten, die uns noch übrig blieben, ließ mein Vater uns einen Blick in seine Welt tun, und wir standen erschüttert. Ich hörte ihn von Gott sprechen, hörte ihn eine Reihe der schönsten Bibelstellen sagen und Worte aus Goethes ,, Faust ", den er von Anfang bis zu Ende auswendig konnte! Das war seine Welt, in der er lebte und die ihn hielt und stärkte. Jesus muẞte wohl bei ihm in seiner Zelle gewohnt haben all' die Zeit über und ihn getröstet und bewahrt haben vor dem Wahnsinn in seiner Einsamkeit. Im Ok­tober 1943 wurde ich vom Arbeitsdienst entlassen. Mein erster Gang galt meinem Vater in Hamburg . Dort traf ich mich mit meiner Mutter. Es war Vaters 49. Geburtstag, der 28. Oktober 1943. Nach langer Zeit sah ich meinen Vater wieder. Diesmal

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