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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
Entstehung
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Als junger Mann von 20 Jahren wurde er 1915, während des ersten großen Weltkrieges, Soldat und wurde 1917 in der Somme- Schlacht verwundet, Da seine linke Hand erheblich verkrüppelt war, galt er als 50% kriegsversehrt. Schon damals hatten ihn die furchtbaren Erlebnisse der Materialschlach­ten des ersten Weltkrieges seelisch stark beein­druckt und ihn hineinschauen lassen in das namen­lose Grauen und Elend, das ein Krieg mit sich bringt. Nach Bestehen der Abschlußprüfung auf dem Landeskirchlichen Diasporaseminar im Jahre 1920 wurde er am 14. Februar 1921 auf Grund des Erlasses des Evangelischen Oberkirchenrates in Berlin- Charlottenburg in der Johanneskirche zu Witten an der Ruhr für das geistliche Amt des überseeischen Auslandsdienstes der evangelischen Landeskirche Preußens ordiniert, nachdem er zuvor dreiviertel Jahr Vikar in Barkhausen , Synode Minden, gewesen war. Am 5. März 1921 schloß er die Ehe mit Hildegard Stellbrink, geborene Dieck­meyer und trat dann am 20. April 1921 die Ausreise nach Brasilien an. Etwa acht Jahre lang diente er dort deutschen Siedlern in Arroio do Padre II bei Pelotas und in Mont'Alverne bei Santa Cruz. Am 29. März 1929 kehrte er mit seiner Frau und seinen drei Kindern Gerhard, Gisela und Waltraut nach Deutschland zurück und verbrachte ein halbes Jahr Erholungsurlaub in der Heimat. Nach einem in Eisenach bestandenen Colloquium wurde er mit der Pfarrstelle in Steinsdorf bei Weida in Thü­ ringen betraut, in der er bis Mai 1934 seines Amtes

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