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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
Entstehung
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10. Nov. 196

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Nun, meine liebe Schwester Lisbeth, lebe wohl. Gleich kommt noch einmal mein Heiland unter der Brotsgestalt zu mir und dann darf ich Ihn, so hoffe ich, von Angesicht zu Angesicht schauen.

Als kleines Andenken von Deinem Priesterbruder habe ich Dir meinen Rosenkranz zugedacht, der während meiner etwa eineinhalbjährigen Gefangen- schaft mein treuer Begleiter gewesen ist,

Nun wollen wir den schweren Gang der mensch- lichen Natur nach gehen, und dann ist es aus mit Leid und Schmach, mit Kämpfen und Ringen,

Lisbeth, lebe wohl! Im Himmel sehen wir uns

wieder. Mein letztes Wort:Christus, unserem König,

ewige Treue! Zum letzten Mal grüßt Dich in der Liebe Christi Dein Priesterbruder

Eduard.

Gerade eben erhalte ich Deinen Brief vom 24. Okt. Das ist nun der letzte. Lebe wohl in Christus.

In seinem Testament gedenkt er, der selbst in. seiner Jugend die Härte des Lebens kennen- gelernt hatte, wiederholt der Armen,

Wie die übrigen Geistlichen, verzeiht auch er denen, die ihn in den Tod gebracht haben; dann schreitet er mit freudiger Zuversicht zur Hinrich- tung, ohne Angst, ohne Bitterkeit, umflossen. bereits vom Abglanz des Himmelslichtes.

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