, ein großer Freund der Natur, wurde am 20. August 1911 in Neumünster geboren und erst verhältnismäßig spät, am 25. Juli 1940, zum Priester geweiht.
Zuerst war er Tischler und verdiente sich unter großen Opfern das Geld zum Studium. Nach seiner Priesterweihe kam er nach Lübeck und eroberte sich bald die Herzen der Jugend. Ein Kennzeichen seines Wesens war die Liebe zur Natur, die er als das Werk des göttlichen Künstlers anschaute. Er liebte die weite Welt und unternahm in seinen Ferien Großfahrten durch Europa , ja selbst bis Afrika .
Eine besondere Vorliebe hatte er für Singvögel. In seinen freien Stunden betrieb er mit großem Erfolg eine Zucht dieser gefiederten Sänger. Es ist sehr merkwürdig, daß zur selben Stunde, da er in Hamburg hingerichtet wurde, in Lübeck sein Lieblingsvogel, ein Zeisig, starb.
Nur knapp zwei Jahre durfte Müller in der Seelsorge arbeiten, dann wurde er verhaftet. In den Augen der Welt war dieses Leben eine Sinnlosigkeit: Jahrelang hatte er die größten Hindernisse überwunden, um zum Priestertum zu gelangen, und nun, da er das Ziel erreicht hat, muß er ins Ge
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