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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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der eines Leibes, dessen Haupt Christus ist. Wir sind täglich bei ihm zu Tisch und dürfen essen von seinem Fleische und trinken von seinem Blute. Es ist etwas Schönes, so etwas Herrliches und Himmlisches, so etwas Einmaliges im Himmel und auf Erden, daß der Psalmist, der Jahrtausende vorher das schauen darf, vor Entzücken ausruft: ,, Ecce, quam bonum et quam jucundum habitare fratres in unum Siehe, wie gut und angenehm ist es, wenn Brüder eines Sinnes sind und zu­sammen wohnen Ps. 132" Glücklich, aber auch übermenschlich stark muẞ darum jeder Priester sein, solange er mit Geist und Herz mitten in diesem brüderlich- priester­lichen Zusammenleben steht! Das habe ich er­fahren und immer tiefer miterlebt, solange ich Hermann in seiner Haftzeit zu betreuen hatte. Am 17. April 1943 abends war ich noch spät in der Untersuchungshaftanstalt. Es ist eine offen­kundige Fügung Gottes gewesen, wie es oft zu sein pflegt. Ich wollte herausgehen, als mir ge­sagt wurde, es seien kurz vorher katholische Priester eingeliefert worden, aber sie dürften nicht besucht werden, doch auch hier machte es die Vorsehung Gottes möglich, daß ich auf Umwegen zu ihnen kam. Es gibt, das wiẞt Ihr, Erlebnisse, von denen man meint, daß sie ewig unvergeßlich wären. So war es auch bei dieser ersten Begeg­nung.

Ich kam in die Zelle Eures Vikars Lange. Ich hatte kaum die Zellentür aufgeschlossen, als

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