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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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Auch über dieses Euer Leid wird die schnellebige Zeit hinweggehen. Vater und Mutter bitte ich in­ständigst, grübelt nicht und reißt Euch los von allen trübsinnigen Gedanken. Vergeßt nicht, daß Ihr noch mehr Kinder habt, die auch Anspruch auf Euch haben. Ich habe von Anfang an alles in Gottes Hand gelegt. Wenn er nun dieses Ende von mir fordert gut, es geschehe sein Wille." Es folgt nun ein Gedicht, das die Ergebung in den Willen Gottes besingt:

-

,, Ganz der Wille Gottes."

IM ANDEN

Ein Mitglied

Lange im Gefä Kürle, erzählt

Nachdem wir

sessen hatten

Posten, bei des

freiheit hatte Schicksalsgend

99

, Wenn der Tag sich neigt,

wenn des Lebens Sonne

nur noch mattes Glänzen zeigt,

wenn sie tiefer sinkend,

nah' dem Untergehn,

ganz der Wille Gottes

soll auch dann geschehn!

Ganz der Wille Gottes! ob nach kurzem Piad,

ob nach langem Wandern

diese Stunde naht,

Freunde oder Feinde

mich dann sterben sehen,

ganz der Wille Gottes

lich, mit unse sprechen und heimlicherweis Meßwein und Der Meßwein stimmter Zeit fähr 14 Tag

Lübecker Pfa

packt, waren

Zuerst wußte

was er mach geklärt hatte arbeitender Beamten dar

soll auch da geschehen!"

Freudige Hoffnung spricht aus den letzten Worten, die er schreibt:

,, Auf Wiedersehen oben beim Vater des Lichtes! Euer glücklicher Hermann."

leiten, kamer

zur Zelle des Er hat dann Heimlichkeit

Ein besonde

4 Schäfer

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