Dem Naturell nach ganz anders geartet war Her- mann Lange, der am 16. April 1912 zu Leer in Ost- friesland geboren wurde und am 17. Dezember 1938 die Priesterweihe erhielt. Von ihm werden nicht so viele lustige Streiche erzählt wie von Johannes Prassek und doch, trotz seines mehr stillen Charakters, verstand er sich gut mit ihm.
Vikar Lange war ein beliebter Beichtvater und die Gläubigen sahen ihn gern am Altare, da er so er- baulich die heilige Messe feierte. Gern beschäftigte er sich mit Kunst und Literatur. Dies ersehen wir auch aus einem Brief vom 11. Juli 1943, den er aus dem Hamburger Gefängnis geschrieben hat und in dem er aus dem Gedächtnis F, W. Weber zitiert:
.„Ich persönlich bin ganz ruhig und sehe fest dem Kommenden entgegen. Wenn man wirklich die ganze Hingabe an den Willen Gottes vollzogen hat, dann gibt das eine wunderbare Ruhe und das Bewußtsein unbedingter Geborgenheit. Der Drei- zehnlindendichter sagt einmal;
„Starke, die sich Treiber dünken, Werden doch nur selbst getrieben, Heergeräte eines Stärkern,
Die, gebraucht, verbraucht zerstieben.”
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