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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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des Wandels zutiefst bejahte sittliche Forderung, ja, Lebensbedürfnis war. Aber auch das trug er ohne ein Wort der Klage mit freudiger Opfer- bereitschaft. Nichts erbat er für sich zur Erleich- Sein Beten und Opfern ihm als

terung seines Loses. diente unermüdlich weiter denen, die Priester anvertraut waren, Keinen ließ sein Sor- gen und Denken aus in den langen Zeiten der Einsamkeit, die er durchlebte, und manches trö- stende, aufmunternde und helfende Wort fand noch aus seiner Zelle den Weg in die Welt.

Das Todesurteil traf ihn nicht als vernichtender Schlag:Der Name des Herrn sei gelobt. Heute wurde ich zum Tode verurteilt, schrieb er an diesem Tag. Fünf Monate später trat er mit freudiger Bereitschaft und lächelnden Auges seinen letzten Gang an, Leider gelangte nicht einer seiner Abschiedsbriefe, nachweislich mehrere schrieb, an seine Adresse, Mit Staunen und Bewunderung erlebte sein nicht katholischer Anwalt seine vom ersten bis zum letzten Tage gleichbleibende seelische Bereitschaft.

Nun ist er uns hier ganz entschwunden. Wie Tausende der vor ihm und nach ihm Gemordeten birgt kein Grab seine irdischen Überreste für uns. Aber alle die, denen er Priester und Freund war, die unendlich viel in ihm verloren, die voll Ent- setzen mitleidend, bangend und hilflos seinen Leidensweg miterlebten, sehen ihm jetzt, nachdem er vollendet hat, voller Ehrfurcht, voller Stolz und Demut zugleich nach in die Ewigkeit.

deren er

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