im Gefängnis geschrieben hat. Sie zeigen seine innige Verbundenheit mit Gott, lassen aber auch erkennen, daß bisweilen das Opfer der Freiheit und des guten Namens schwer auf ihm lastete. Dazu kamen innere Prüfungen, die der Herr keinem erspart, der nach Vollkommenheit ringt. Es wechselte hoher geistlicher Trost mit dem Gefühl, weit weg von Gott zu sein:
11. Nov. 1942
,, Dieses Haus, in dem ich jetzt wohne, scheint mir so oftmals ein Haus, in dem immer alles in Fülle und Übermaẞ kommt, wenn es kommt: das Glück wie das Leid, die Freude wie der Schmerz, die Finsternis wie das Licht, ja, selbst Gott scheint sich hier bisweilen in diesen Extremen zu bieten oder zu entziehen: Tage gibt es, die ganz randvoll sind von Ihm, an denen es keinen Gedanken gibt, der nicht mit Ihm geladen ist, von Ihm herkommend oder zu Ihm hingehend, Tage, wo er jeden Augenblick in spürbarster Nähe ist, wo über einem jeden Augenblick wie eine lichte Sonne seine Freude ausgebreitet ist. Und dann auch wieder ganz andere Tage, wo er scheinbar so weit, weit weg von uns ganz andere Wege geht, als wir sie überhaupt gehen können, wo er so unmittelbar uns das zum Bewußtsein bringt, daß er doch immer der ganz andere ist, den wir niemals fassen können, ja, dem wir in solchen Augenblicken, wo wir Ihn glaubten gefaßt zu haben, in Wirklichkeit viel ferner waren, als dann, wenn wir uns weit
2 Schäfer
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