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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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ZUR EINFÜHRUNG

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Am 10. November 1943 wurden vier Lübecker Geistliche zur Hinrichtung geführt. Das Sterben dieser Männer machte auf die Umstehenden einen tiefen Eindruck. Sie gingen mit einer stillen Freude, die schon ein Abglanz des Himmels war, in den Tod. Keine Spur von Angst oder Verzweiflung, auch kein verkrampfter Fanatismus sprach aus ihren Zügen, sondern nur ein ruhiger Friede und eine königliche Freiheit.

Es waren die drei katholischen Kapläne Johannes Prassek , Hermann Lange , Eduard Müller sowie der evangelisch- lutherische Pastor Stellbrink, die ihr Leben mit einem erhabenen Tode krönten,

Sie sind das Opfer der kirchenfeindlichen Gestapo , die im Frühling des Jahres 1942 in Lübeck zu einem Schlage gegen die besonders aktiven Kräfte im kirchlichen Leben ausholte. Es lag ihr daran, den Widerstand gegen die neue Weltanschauung zu vernichten, die Geistlichen der Bevölkerung gegen­über verächtlich zu machen und durch harte Strafen abschreckend zu wirken. Das noch vorhandene

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