AUF DEM STROHSACK ZU SINGEN
Alle, die ich liebte, sind fort auf immerdar. Und erscheint mir eine im Traum
von den herrlichen, duftenden Frauen— in ihres Lächeln silbernem Saum
liegt alles, was einmal war—
Und ob mich auch jede im Ernst verließ,
nun wird mir der Strohsack zum Paradies.
Oftmals erscheint mir die Eine gar, niemals war sie die Meine.
Niemals lächelt ihr Augenpaar,
blickt durch mich hin ins Reine.
Und doch, in des Lebens Übermaß— Ich weiß, es geschah, daß sie mich vergaß.
Doch es sind noch sechs Häftlingsmädchen hier auf der andern Seite des Zaunes.
Die schenken für eine Reichsmark Dir fünfzehn Minuten des Faunes.
Und haben nach einer Stunde vergessen, wer’s war, mit dem sie im Bett gesessen.
Oh Wesen, die Ihr vergessen könnt, Mädchen und schöne Frauen,
die keine mich nun den ihren nennt.
Wer will auf die Liebe bauen?
Staub sind wir alle, doch wer wird’s Euch sagen, wie wir glühend das Staubsein ertragen?


