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Deutsche Photographen-LZeitung 1894. Nr. 33.
die Herren Renard und Schimansky, Kiel, ernannt. Bei der nunmehr erfolgenden Wahl dreier Vorstandsmitglieder wurden die Herren Backens, Koch und Giesler durch Zuruf wiedergewählt. Auf Antrag des Geschäftsführer wurde beschlossen, statt der früher abgehaltenen drei Vorstandssitzungen nur zwei Sitzungen jährlich abzuhalten, ausser der Wanderversammlung.
Für die allgemeine Vereinsausschreibungen werden ausser den vom Vor- stände erwählten Preisrichtern(die Herren Wettern-Hamburg und Urbahns- Kiel) noch gewaählt die Herren: Giessler, Hüseler und Stiegler.
Als Preisrichter für die Stiftungen werden gewählt:
1) für die Scheel-Stiftung: die Herren Andersen, Wettern und Backens. 2) für die Dreesen-Stiftung: die Herren Renard, Henning und Wilke. 3) für die Westendorp- d⅜ Wehner-Stiftung: die Herren Andersen, Petersen und Dose. 4) für die Fr. Schultz-Stiftung: die Herren Merteus, Rogall und O. Koch. 5) für die Stiftung des„Kieler Photographen-Vereins“. die Herren Urbahns, Mertens und Stiegler.
Eingegangen war ein Schreiben des Vereins„Zur Pflege der Photographie und verwandter Künste“ in Frankfurt a. M. betr. Entsendung eines Delegirten für den im September stattfindenden Photographencongress. Der Antrag wird abgelehnt.
Eine längere Debatte veranlasste der Antrag Ferd. Urbahns-Kiel, dass nur solche Bilder zur Preisbewerbung zugelassen werden sollten, die im Ge- schäfte des Ausstellers vollständig hergestellt seien. Bei den Preisbewerbungen seien grosse Geschäfte, die ausser dem Hause von Malern und Künstlern arbeiten liessen, im Vortheil. Aus der Versammlung wurde zugestimmt, jedoch auch entgegnet, dass auch mittlere Geschäfte durch im Hause arbeitende, tüchtige Leute bevorzugt seien. Angenommen wurde dagegen der Antrag Vahlendiek-Kellinghusen, einen Rohabdruck den ausgestellten Bildern beizulegen.
Auf Antrag des Herrn Wettern-Hamburg wurde beschlossen, durch frei- willige Beiträge einen Garantieschein für die zu gründende Deutsche Photo- graphen zu zeichnen, die Sammlung ergab die Summe von Mk. 82,50, welche — im Falle des Zustandekommens der Fachschule— derselben überwiesen werden soll.
Als Ort der nächsten Wanderversammlung wurde Lübeck und Eutin in Norschlag gebracht, wovon jedoch Lübeck mit grosser Majorität gewäaͤhlt wurde.
Hierauf erhielt Herr Mertens-Rendsburg das Wort zu seinem Vortrage „Das Portraitiren sonst und jetzt“.—Unterstützt wurde derselbe durch eine grosse Anzahl Bilder jeglicher Art aus den aàltesten Zeiten bis auf die Gegen- wart, als: Oelbilder, Pastellbilder, Handzeichnungen in Blei, Kreide und Tusche,
alte Holzschnitte, Kupferstiche in allen Mauieren, Stahlstiche, Lithographieen, Silhouetten und Photographieen aus der ersten Zeit(Daguereotyps und Papier- bilder). Redner gliederte die Kunst des Portraitirens in drei Perioden: die der rein künstlerischen Auffassung und Wiedergabe, die der rein künstlerischen Wiedergabe und mechanischen Vervielfältigung(Seit Erfindung der Photo- graphie 1839). Der höchst fesselnde Vortrag und die Ausstellung der histori- schen Portraits erregten allgemeines Interesse, so dass dem Redner lebhafter Beifall gezollt wurde. Sodann erfolgte die Eröffuaung der Ausstellung, die noch zahlreicher als in den vorhergehenden Jahren und theilweise mit sehr. hübschen Arbeiten beschickt war.
Folgenden Firmen wurden Auszeichnungen verliehen:
Gruppel: Stiftungen. 1) Scheel-Stiftung: 1. Preis: Max Koch-Quedlinburg; 2. Preis: A. Dose- Hadersleben.
2) Dreesen-Stiftung: Prämiirt: Th. Backens-Marne.
3) Westendorp& Wehner-Stiftung: 1. Preis: Carl Hüseler-Schleswig; 2. Preis: Th. Backens-Marne.


